Kultur & Einblicke

Wie wir über Leistung und Input denken

Wie wir über Leistung und Input denken

Wir sind maximal ergebnisorientiert und sehen in den nächsten Jahren eine einmalige Phase des Umbruchs und der Chancen. Um diese Chancen zu nutzenc bedarf es – so unsere Überzeugung – maximale Leistung, herausragenden Input uns – als Folge - außergewöhnliche Ergebnisse. Wir wir hierbei über Einsatz, Arbeitszeiten und Produktivität denken haben wir zumindest skizzenhaft im Folgenden dargestellt.

Wenn wir Output als Ergebnis einer Formel betrachten, dann lautet sie vereinfacht:

Output = Input × Produktivität

Natürlich wird der letztliche Output noch von weiteren Faktoren beeinflusst. Timing, Kontext, Glück.

Es ist klar, dass die obige Formel nicht die gesamte Wirklichkeit widerspiegelt. Aber sie bildet einen Zusammenhang ab, der für unsere praktische Arbeit relevant ist.

Der Faktor Input lässt sich hierbei relativ einfach modellieren – mehr Stunden, mehr Input. Die spannende Variable ist Produktivität. Und hier unterscheiden sich Menschen – so unsere Überzeugung – dramatisch.

Durchschnittliche Produktivität pro Stunde

Entscheidend ist nicht die Produktivität der letzten Stunde, sondern die durchschnittliche Produktivität pro Stunde über die gesamte Arbeitswoche. Wer achtzig Stunden pro Woche arbeitet, aber ab Stunde fünfzig so erschöpft ist, dass auch die ersten Stunden der nächsten Tage darunter leiden, hat eine niedrigere Durchschnittsproduktivität als jemand, der sechzig Stunden arbeitet und dabei konstant auf hohem Niveau bleibt.

Gleichzeitig gibt es Menschen, die bei achtzig Stunden pro Woche eine nahezu konstante durchschnittliche Produktivität halten – jede Stunde auf hohem Niveau. Und es gibt Menschen, deren Produktivität bereits bei vierzig Stunden stark abfällt. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Archetypen sind nicht marginal. Sie sind enorm.

Wir glauben, dass der Impact von Menschen massiv variiert und legen daher Wert darauf, dass wir ein Team bauen von Menschen, welche die durchschnittliche Wirksamkeit ihrer Peer-Group um ein Vielfaches überschreiten.¹


[Grafik 1: Durchschnittliche Produktivität pro Stunde – verschiedene Archetypen]


Gesamt-Output und Sweet Spots

Wenn man die durchschnittliche Produktivität pro Stunde mit der Anzahl der Stunden multipliziert, erhalte ich den Gesamt-Output pro Woche. Und hier wird der Unterschied zwischen den Archetypen massiv.

Jede Kurve hat einen Sweet Spot – den Punkt, an dem der Gesamt-Output sein Maximum erreicht. Jenseits dieses Punktes sinkt die Durchschnittsproduktivität so stark, dass zusätzliche Stunden den Gesamtertrag verringern, statt erhöhen. Aber: Die Sweet Spots liegen an sehr unterschiedlichen Stellen. Für manche bei vierzig Stunden, für andere bei über achtzig. Und der Gesamt-Output am jeweiligen Sweet Spot unterscheidet sich überproportional. Wer beständig außergewöhnlich hohe Produktivität mit großem Input kombiniert, erzielt nicht einfach etwas mehr Output – sondern ein Vielfaches.


[Grafik 2: Gesamt-Output pro Woche mit Sweet Spots]


Kumulierte Erfahrung und der Lern-Loop

Die obigen Grafiken bilden eine Momentaufnahme ab – die Produktivität innerhalb einer einzelnen Woche. Aber Produktivität ist keine statische Größe. Sie verändert sich über die Zeit. Und hier kommt ein zweiter, davon zu trennender Zusammenhang ins Spiel.

Ein großer Teil von Arbeit besteht aus Iteration. Entscheidungen treffen, Fehler machen, korrigieren, besser werden. Wer viel tut, macht viele Fehler. Wer viele Fehler macht, hat viele Gelegenheiten zu lernen. Wer viele Gelegenheiten zu lernen hat und sie nutzt, wird produktiver. Das ist im Kern Deliberate Practice – bewusstes, wiederholtes Üben mit der Absicht, besser zu werden.

Der entscheidende Punkt: Dieser Effekt wirkt nicht innerhalb einer einzelnen Woche, sondern kumulativ über die Zeit. Ein Sportler ist im Wettkampf nicht deshalb gut, weil er in der Woche vor dem Wettkampf besonders viel trainiert hat. Sondern weil er über Jahre hinweg mehr Trainingseinheiten absolviert hat als andere. Wir unterstellen eine Korrelation zwischen kumulierter Lebensarbeitszeit und Produktivität. Wer über Jahre hinweg siebzig Stunden pro Woche arbeitet, hat schlicht mehr Iterationen durchlaufen, mehr Fehler gemacht, mehr gelernt als jemand, der vierzig Stunden arbeitet. Und dieses Delta kompoundiert.

Im Sport würde niemand bestreiten, dass Training die Grundlage für Leistung ist. In der Wissensarbeit wird häufig so getan, als gäbe es eine Abkürzung. Von nichts kommt nichts – dieser Satz gilt im Sport, in der Kunst, in der Wissenschaft und in der Wissensarbeit gleichermaßen.

Die Traumkombination ist deshalb nicht entweder Talent oder Einsatz. Sondern: ein hohes Ausgangsniveau an Produktivität, kombiniert mit einem hohen Input, der die Produktivität durch kumulierte Erfahrung und Iteration kontinuierlich steigert sowie der Fähigkeit im richtigen Moment regenerative Freiräume zu schaffen, um die Produktivitätsformel maximal zu optimieren.

Das Fenster der Zwanziger

Wenn man diesen Zusammenhang weiterdenkt und mit einer zweiten Erkenntnis paart, ergibt sich eine interessante Implikation. Die kognitive und physische Leistungsfähigkeit des Menschen ist in den Zwanzigern am höchsten. Verarbeitungsgeschwindigkeit, Lernfähigkeit, Belastbarkeit – all das ist in dieser Lebensphase auf dem Höhepunkt. Das ist natürlich höchst individuell und darf nicht verallgemeinert werden. Aber die Tendenz ist belastbar.

Wer in seinen Zwanzigern die Erfahrungsakkumulation maximiert – also viele Stunden investiert, viele Iterationen durchläuft, viele Fehler macht und daraus lernt –, kombiniert hohe kumulierte Erfahrung mit hoher intellektueller und physischer Leistungsfähigkeit. In dieser Kombination liegt ein enormes Potenzial, den Höhepunkt der eigenen Schaffenskraft zu erreichen.

Was das für Arrakis bedeutet

Wir suchen Menschen, die außergewöhnliches leisten wollen. Menschen mit einer hohen Grundproduktivität, die gleichzeitig bereit sind, außergewöhnlich viel zu investieren. Wir glauben, dass diese Kombination – hochproduktive Menschen mit hohem Einsatz – der zuverlässigste Weg zu außergewöhnlichen Ergebnissen ist. Unser Ansatz hierbei: viel tun, viele Fehler machen, viel lernen, immer produktiver werden – und dann weiterhin viel tun.

Dabei geht es nicht um Präsenz oder lange Tage als Selbstzweck. Präsenz ist wertvoll, wenn sie synchrone Zusammenarbeit ermöglicht – den spontanen Austausch, die unmittelbare Rückfrage, das kulturelle Miteinander. Darüber hinaus zählt, was am Ende herauskommt.

Wer sich philosophisch mit dem Gedanken anfreunden kann, sechzig bis achtzig Stunden pro Woche zu arbeiten – nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil die Sache es wert ist – wird sich bei uns wohlfühlen. Wer sich eher bei vierzig Stunden sieht, wird bei uns schlicht nicht glücklich werden. Das ist keine Wertung. Es ist eine Frage des Fit.

Rhythmus

Wie man diese Stunden verteilt, ist eine persönliche Entscheidung. Bei uns gibt es Menschen, die sieben Tage die Woche arbeiten und ihre Arbeit gleichmäßig verteilen. Es gibt Menschen, die unter der Woche bis in die Nacht herein arbeiten und sich dafür am Wochenende kürzer treten. Beides ist in Ordnung. Was zählt, ist der Output – nicht der Rhythmus, in dem er entsteht.

Arbeit als Teil des Lebens

Das setzt allerdings etwas Grundlegendes voraus: Man muss lieben, was man tut. Sechzig, siebzig, achtzig Stunden pro Woche sind nur dann nachhaltig, wenn die Arbeit kein Gegenpart zum Leben ist, sondern ein Teil davon. Wer am Sonntag an einem Problem weiterdenkt, tut das nicht aus Zwang. Sondern weil die Faszination für die Sache stärker ist als die Konvention, dass ein Sonntag frei zu sein hat.

Diese Haltung kann man nicht verordnen. Entweder sie ist da oder nicht.

Wen wir suchen

Wer Lust auf ein Projekt wie Arrakis hat, sollte wissen, was ihn erwartet. Wir suchen Menschen, die außergewöhnliches leisten wollen und bereit sind, den entsprechenden Einsatz mitzubringen. Nicht aus Härte, sondern aus Überzeugung.

Was wir im Gegenzug bieten: maximale Flexibilität in der Gestaltung. Wann du arbeitest, wie du deinen Tag strukturierst, ob du abends oder morgens deine beste Phase hast – das ist deine Entscheidung. Wir werden nicht kontrollieren, wann du kommst oder gehst. Aber wir werden merken, ob du dich mit der Intensität in die Arbeit stürzt, die es braucht, um gemeinsam etwas Außergewöhnliches zu schaffen.

Das ist nicht für jeden. Und das ist in Ordnung.

¹ https://www.startuparchive.org/p/netflix-founder-reed-hastings-on-the-importance-of-talent-density-and-using-a-keeper-test

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