
Kultur & Einblicke
Unser Bewerbungsprozess ist mehrstufig, transparent und durchgetaktet. Wer sich bewirbt, weiß vorher, was kommt. Keine versteckten Runden, keine Überraschungen, keine wochenlangen Wartezeiten zwischen den Schritten.
Der gesamte Prozess dauert in der Regel rund vier Wochen. Wir parallelisieren wo möglich: Nach dem ersten Go kommt eine einzige Nachricht mit allen Folgeterminen als Blocker. Sollte sich früher herausstellen, dass die Rolle nicht richtig zum Profil passt, werden die nachfolgenden Blocker einfach storniert.
Die Phasen im Überblick
Phase 0 — Pre-Screen / Front Gate (nur Project Arrakis)
Bei Project Arrakis schalten wir vor dem Erstinterview eine kompakte schriftliche Vorab-Aufgabe als Front Gate. Die Aufgabe ist ein Endprodukt-Artefakt — eine Mail, eine Teams-Nachricht, ein kurzer Brief — mit max. 400 Wörtern Output, 30 bis 45 Minuten Bearbeitungszeit auf Bewerber-Seite, 72 Stunden Abgabefrist nach Aufforderung.
Bewertet wird mit dem direkten Test: Würde dieses Artefakt in genau dieser Form bei uns rausgehen?
Aufgaben rotieren aus einem stellenspezifischen Pool, damit sich Aufgaben zwischen Kandidaten nicht reproduzieren. Eine vollständige und substantielle Auseinandersetzung mit dem Artefakt ist Voraussetzung für die Einladung zum Erstinterview. Bei Vogel-Bewerbungen entfällt die Phase 0; der Prozess startet direkt mit der Sichtung und dem Erstinterview.
Phase 1 — Strukturiertes Erstinterview (45 Min)
Das Erstinterview vertieft, was ein Anschreiben oder Lebenslauf nicht zeigen kann: dialogische Tiefe. Wie reagiert jemand auf Nachfragen? Auf Gegenargumente? Auf unerwartete Richtungswechsel? Das Gespräch wird durch das CEO Office geführt — entweder durch einen der Geschäftsführer oder durch unseren Chief of Staff. Es dauert ca. 45 Minuten und wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer Rückmeldung zurück.
Das Gespräch folgt einem standardisierten Fragenkatalog. Die Fragen sind rollenspezifisch, die Bewertung erfolgt entlang klar definierter Dimensionen. Wir bewerten nicht, ob die „richtige" Antwort gegeben wird, sondern wie jemand zu seiner Antwort kommt: Wie wird ein Problem strukturiert? Wie geht man mit unvollständiger Information um? Wie klar wird die eigene Position kommuniziert?
Phase 1a — Case Study
Wir verschicken die Case Study am Folgetag jedes erfolgreichen Erstinterviews — gemeinsam mit der Rückmeldung. Findet das Erstinterview an Tag X statt, kommt am Tag X+1 vormittags die Rückmeldung mit der Aufgabe. Nachmittag und Abend gehören der Bearbeitung, Abgabe ist am Tag X+2 um 12:00 Uhr.
Die Case Study ist als Endprodukt-Artefakt konzipiert: Aus umfangreichem Vorbereitungs-Material (typischerweise 8 bis 15 Seiten reale, sanitisierte Sachverhaltsunterlagen — Mandantenakten, Datenraum-Auszüge, Strategiematerial) entsteht ein einzelnes, kompaktes Endprodukt mit max. 400 bis 500 Wörtern, das im echten Berufsalltag direkt verwendbar wäre: eine Mail an den Mandanten, ein Briefing für die Geschäftsführungssitzung, eine Erstansprache an einen Inhaber. Optional eine 1-Seiten-Anlage.
Wir bewerten nicht, ob ein Urteil „richtig" oder „falsch" ist, sondern ob das Endprodukt in genau dieser Form bei uns rausgehen würde. Material-Verständnis und Substanz-Tiefe prüfen wir gezielt im Zweitinterview durch Rückfragen, nicht beim Lesen des Artefakts.
Alle Szenarien verwenden fiktive, aber realistische Sachverhalte — keine echten Mandantendaten. Die Aufgaben werden rollenspezifisch differenziert und laufend aktualisiert. Ist die Case Study innerhalb der Frist eingereicht, melden wir uns innerhalb von 48 Stunden mit einer Rückmeldung.
Phase 2 — Strukturiertes Zweitinterview (75 Min)
Das Zweitinterview wird von der potenziellen Führungskraft oder einem Teammitglied geführt. Es ist explizit ein fachliches Interview mit dezidiert anderen Fragen als im Erstinterview — wir gehen hier in die Tiefe. Geplant sind 75 Minuten: Die ersten Minuten des fachlichen Blocks gehören Rückfragen zur Case Study, danach 65 Minuten fachliches Interview, 10 Minuten Raum für Kandidatenfragen.
Phase 2a — Essay
Wie bei der Case Study verschicken wir auch den Essay am Folgetag des Zweitinterviews — gemeinsam mit der Rückmeldung. Der Ablauf ist identisch: Tag X Zweitinterview, Tag X+1 vormittags Rückmeldung mit Essay-Prompt, Nachmittag und Abend für die Bearbeitung, Tag X+2 um 12:00 Uhr Abgabe.
Der Essay testet zwei Dinge: Gibt es eine eigene Meinung — nicht eine diplomatische Abwägung, sondern eine Position, die verteidigt wird? Und kann diese Position so artikuliert werden, dass Substanz und Struktur sichtbar werden?
Der Umfang liegt bei 3.500 bis 4.000 Zeichen, je nach Format aufgeteilt auf 2 bis 3 Thesen. Die Kürze ist Absicht — sie zwingt zu Priorisierung.
Phase 3 — Vor-Ort-Besuch
Der Vor-Ort-Besuch besteht aus zwei Elementen. Den Auftakt bildet substanzielles Feedback zur Case Study durch — in der Regel durch die Führungskraft. Im Anschluss folgt ein offenes Gespräch, das oftmals in ein gemeinsames Essen übergeht — in der Regel neben der Führungskraft auch mit einem weiteren Teammitglied. Hier geht es um strategische Passung, geteilte Ambition und die ehrliche Frage, ob die Zusammenarbeit für beide Seiten funktionieren würde. Wir melden uns innerhalb von 48 Stunden nach dem Vor-Ort-Besuch mit einer finalen Rückmeldung zurück.
Was uns wichtig ist
Transparenz — Wer sich bewirbt, weiß vorher, was kommt. Alle Phasen, alle Kriterien, alle Timelines sind offen kommuniziert. Wir fordern viel — aber wir sind ehrlich darüber.
Geschwindigkeit — Rund vier Wochen vom ersten Kontakt bis zur Entscheidung. Wir parallelisieren wo möglich und halten uns an klare Service Level Agreements: Einladung zum Erstinterview innerhalb von 24 Stunden nach Bewerbungseingang, Entscheidung nach jeder Phase innerhalb von 24 bis 48 Stunden.
Substanzielles Feedback — Jeder Kandidat erhält Feedback — unabhängig vom Ergebnis, immer mit Substanz. Keine inhaltsleere Standardabsage.
Fairness — Jede Bewertung basiert auf mindestens zwei unabhängigen Einschätzungen — niemals auf dem Urteil einer einzelnen Person.
Kein Shortcut, für niemanden — Aktiv angesprochene Kandidaten durchlaufen den identischen Prozess. Die einzige Differenzierung: ein persönliches Begleitschreiben mit einer Erklärung, warum wir jemanden ansprechen.
WEITERE BEITRÄGE

Unser Bewerbungsprozess
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